Das Salzbergwerk Wieliczka – Besuchermagnet in Polen

Bei meinem letzten Besuch in Polen war ein Highlight das Salzbergwerk Wieliczka in der südpolnischen Stadt Wieliczka, es ist eines der ältesten und bekanntesten Salzbergwerke der Welt.

 Salzbergwerk Wieliczka

Das Salzbergwerk Wieliczka bildet zusammen mit dem Salzbergwerk Bochnia und dem Salzgrafenschloss Wieliczka das UNESCO-Weltkulturerbe Königliche Salzbergwerke Wieliczka und Bochnia, ein besonderer Besuchermagnet in der Nähe von Krakau. In dem Salzbergwerk Wieliczka wurde seit dem 13. Jahrhundert Salz gefördert.

 Salzbergwerk Wieliczka

Wir stiegen rund 800 Stufen hinab und ich hatte schon Sorge, diese wieder hinauf steigen zu müssen. Dies war unbegründet, denn nach oben ging es mit einem Fahrstuhl. Das Bergwerk bietet 23 Salzkammern, Salzseen und eine riesige Salzkapelle.

 Salzbergwerk Wieliczka

Von den 245 Kilometer langen Salzgängen können zwei Prozent von Touristen und Besuchern erwandert werden, dabei ist der tiefste Punkt 327 Meter unter der Erde. Die Salz-Mine hat neun Sohlen.

 Salzbergwerk Wieliczka

Geschichte Salzbergwerk Wieliczka

In der Gegend von Wieliczka ist die Salzsiederei sehr alt. Mitte des 13. Jahrhunderts waren die Salzquellen erschöpft und deshalb wurde unter Tage nach Salzsole gesucht und dabei wurde die Steinsalzlagerstätte entdeckt. Etwa 1280 wurde im Goryszowskischacht mit dem Abbau begonnen. Im 15. Jahrhundert wurden Maschinen und seit dem 17. Jahrhundert sogar Pferde in dem Bergwerk eingesetzt. Der Abbau ging bis zum 18. Jahrhundert bis etwa in 60 m Tiefe und später wurden vier weitere Sohlen, die bis in 340 m Tiefe, angelegt. Die Salzbergwerke Wieliczka und Bochnia waren vom 14. Jahrhundert bis 1772, als Königliche Salinen vereinigt, das größte Bergbauunternehmen in Polen. Die Verwaltung der Salinen wurde durch den Salzgrafen vom Schloss Wieliczka geregelt.

 Salzbergwerk Wieliczka

Die Salzsiederei, die noch in Betrieb ist, wurde 1913 erbaut. Das Bergwerk wurde nach 1918 Staatsbesitz der Republik Polen, die sich 1932 das staatliche Monopol auf Salz vorbehielt. Von den Deutschen wurden von August bis Oktober 1944 jüdische KZ-Häftlinge in den Salzminen zur harten Arbeit eingesetzt. Das Bergwerk wurde1976 in die Liste der nationalen Kulturdenkmäler Polens und in die UNESCO-Liste des Weltkultur- und Naturerbes 1978 aufgenommen. Die Salzförderung wurde 1993 eingestellt. Seitdem dient es nur noch dem Tourismus und als Sanatorium. Das eindringende Wasser wird zu Tage gefördert und es wird daraus Siedesalz gewonnen, was Wieliczka immer noch zum wichtigen polnischer Salzproduzent macht. Dies verhindert auch den Einsturz bei Wassereinbrüchen.

 Salzbergwerk Wieliczka

Kingakapelle auf der 2. Sohle

 Salzbergwerk Wieliczka

Ganz besonders beeindruckend war die riesengroße Kingakapelle. Sie ist schönste und größte Kapelle und liegt in 101 Meter Tiefe. Diese Kapelle ist der Schutzpatronin des Salzbergwerks – der Heiligen Kinga gewidmet.

 Salzbergwerk Wieliczka

Der elf Meter hohe Saal der Kapelle besteht komplett aus Salz, so auch der Fußboden.

 Salzbergwerk Wieliczka

Sie besteht aus kunstvoll gestalteten Salz-Altären und Salzskulpturen.

An der Decke der Kapellen hängen prächtigen drei Kronleuchtern aus Salz.

 Salzbergwerk Wieliczka

Die aus Salz geformte Reliefs stellen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, St. Anthony, Holy Cross und Janowice der Mine dar und bringen mich zum Staunen.

Unterirdischer Salzsee

Entlang der Felswände schlängeln sich Holzbrücken und Treppen und wir erreichen den Salzsee mit smaragdgrünem Wasser. Schon von oben konnte ich einen fantastischen Blick auf einen der Salzseen erhaschen. Der Salzsee ist zehn Mal salziger als die Ostsee.

 Salzbergwerk Wieliczka

Es gab Zeiten, da konnte man mit einem Kahn auf dem Salzsee fahren, dies ist leider nicht mehr möglich.

 Salzbergwerk Wieliczka

Das Holz-Stützwerk in der Michalowice-Kammer beeindruckt mit seiner außergewöhnlichen Konstruktion. Die Temperatur unter Tage in der Salzmine „Wieliczka” liegt konstant zwischen 17 und 18 Grad Celsius.

 

Die die Luft im Salzbergwerk ist gesund, da sie mit Mineralien gesättigt und nicht mit Keimen, Pollen und Staub belastet ist. Die heilende Kraft des Salzes ist gut für Menschen mit Allergien und Atemwegserkrankungen. Deshalb ist die Heilstätte Wieliczka ein einmaliges medizinisches Zentrum, das Behandlungen in einer Tiefe von 135 Meter anbietet. Um einen Salzsee herum wurden Ruheplätze mit Liegestühlen geschaffen. In einer weiteren Kammer gibt es Zonen, wo man am Salzgradierwerk entspannen und inhalieren kann.

 Salzbergwerk Wieliczka

 

Eine unterirdische märchenhafte Naturlandschaft entdeckten wir mit kunstvollen Steinsalzfiguren von Kasimir dem Großen, Johannes Paul II. und Kopernikus, die von polnischen Bergarbeitern handgeschnitzt wurden.

 Salzbergwerk Wieliczka

Immer wieder entdecken wir Skulpturen und Bergbauwerkzeuge und -geräte, die uns die Methoden der Salzgewinnung zeigen.

Käseverkostung und Essen im Bergwerk

 Salzbergwerk Wieliczka

Einige der Säle können für Feste im Bergwerk gemietet werden. Ein neues Experiment ist es Käse im Salzbergwerk reifen zu lassen. Wir hatten die Möglichkeit diese gereiften Käse zu verkosten. Der Kuhmilch-Käse war richtig köstlich. Da ich keinen Ziegenkäse mag, kann ich dazu nichts sagen, aber der Rest der Gruppe war begeistert.

 Salzbergwerk Wieliczka

Im Anschluss durften wir noch ein köstliches Essen und Bier genießen.

 Salzbergwerk Wieliczka

Besonders wohlschmeckend war der Nachtisch.

 Salzbergwerk Wieliczka

Dann durften wir noch im Bergwerk hergestellten Schnaps probieren.

 

Nachdem wir wieder durch die Stollen gewandert sind, ging es mit einem echten Bergbauaufzug nach oben, ein besonderes Erlebnis. Mehr Informationen https://www.kopalnia.pl/

 Salzbergwerk Wieliczka

Ich danke dem Polnischen Fremdenverkehrsamt, besonders Magdalena Korzeniowska-Beckmann für die Unterstützung und die tollen Tage in Warschau.

Fotos Gabriele Wilms