Ballonfahrt über dem Allgäu

Was war euer schönstes Reise-Erlebnis? Ich bin weltweit schon sehr viel unterwegs gewesen, aber mein schönstes Reise-Erlebnis war eine Ballonfahrt über dem Allgäu, mein Zweit-Schönstes war ein Tandem-Flug in der Wildschönau, doch darüber werde ich in einem anderen Artikel berichten.

Zwischen Bodensee und Alpen inmitten sanfter Hügel und dichter Wälder liegt das wunderschöne Areal des Ferienclubs Maierhöfen des GEW Gemeinnütziges Erholungswerk e.V. der IG Bau. Genau in diesen Ferienclub wurde ich eingeladen, um ihn kennen zu lernen und darüber zu berichten. Die großzügig angelegte und sehr gepflegte Anlage bietet Erholung Suchenden alles, für den perfekten Urlaub für Groß und Klein. Der Ferienclub liegt rund 850 Metern hoch im Voralpenland, welches sich durch schneesichere Winter, ein farbenprächtiges Frühjahr und einen herrlichen Bergsommer auszeichnet, aber auch der bunte Herbst hat seinen Reiz mit warmen und sonnigen Tagen.

Verteilt auf dem Terrain sind 115 schön und effektiv eingerichtete Reihenbungalows, die sie zum Be- und Entladen bequem mit dem Auto erreichen und dann wird das Auto am Eingang auf dem großen Parkplatz abgestellt. Somit ist der Ferienclub-Bereich weitgehend Autofrei, was gerade wichtig für einen Urlaub mit Kindern und deren Sicherheit ist.

Ballonfahrt bei Traumwetter

Der Höhepunkt unseres Programms war eine Ballonfahrt. 3 Ballons standen unserer Gruppe zur Verfügung und nach und nach starteten wir. Nachdem wir in drei Gruppen aufgeteilt waren, ging jedes Team mit seinem Ballonführer an die Vorbereitung, denn jeder muss aktiv beim Auf- und Abbau mithelfen.

Wir luden den Korb und den Ballonsack aus dem Anhänger. Der Ballon musste von uns ausgebreitet werden, unser Ballonführer richtete den Korb her und legte ihn vor den ausgebreiteten Ballon auf die Seite.

Mit einem Gebläse wurde Luft in den Ballon geblasen, zwei von uns hielten den Ballon auf, damit sie besser einströmen konnte. So langsam füllte er sich mit Luft. Unser Ballonführer ging in den Ballon und kontrollierte ihn auf Beschädigungen und nun wurde der Gasbrenner entzündetet. Die Luft im Ballon wurde erwärmt und so langsam richtete sich der Ballon auf und mit ihm stellte sich der Fahrgastkorb auf.

Es war so weit, wir mussten in den Korb klettern, was nicht ganz einfach war, es erfordert etwas Kondition und Beweglichkeit. Wir hatten einen sehr großen Fahrgastkorb, bei uns fuhren 7 Passagiere und der Ballonführer mit. Wir bekommen jeder einen Platz zugewiesen und halten uns an den Haltegriffen im Korb fest.

Ganz sanft hebt sich unser Ballon von der Erde ab und unser Ballonführer kappt die Sicherungsleine. Nun gibt es kein Zurück, wir schweben langsam aufwärts. Während der Fahrt gibt es weder Pendelbewegungen noch unangenehme „Luftlöcher“ wie beim Fliegen. Wenn nicht gerade der Gasbrenner seinen Feuerstrahl laut in Ballon bläst, schweben wir lautlos durch den Himmel, ein tolles Gefühl.

Da wir als erster Ballon gestartet sind, können wir schön die anderen beiden Ballons beim Start beobachten und fotografieren.

Bei Traumwetter fahren wir der Thermik folgend und genießen den fantastischen Ausblick auf die Umgebung, dem Allgäu und die Alpen. Die Sonne und die anderen Ballons bieten uns immer wieder tolle Fotomotive.

So langsam nähern wir und dem Landeplatz, doch zuvor können wir noch dem anderen Ballon bei der Landung zuschauen.

Zur Landung hat uns unser Ballonführer klare Anweisungen gegeben, er gibt uns die Ausrichtung vor und wir müssen uns mit beiden Händen an den am Korb angebrachten Schlaufen festhalten. Leicht in die Knie gehen, um die Landung abzufedern, dabei Beine und Füße fest geschlossen halten. Zwei Männer steigen aus und hielten den Korb, keine leichte Aufgabe.

So nach und nach dürfen wir alle aussteigen und jetzt müssen wieder alle mit anpacken. Nachdem die Luft aus dem Ballon raus ist, wird er zusammengefaltet und in den Ballonsack verpackt. Dazu ist es notwendig das wirklich die ganze Luft raus ist und aus diesem Grund setzen sich alle auf den Ballon-Berg, ein echter Gaudi. Korb und Ballon werden auf den Hänger verladen.

Zum Ende der Ballonfahrt gibt es noch ein Gruppenfoto und es geht zurück zum Ferienclub.

Als krönender Abschluss folgt für uns Erstballonfahrt die Ballontaufe. Uns wurde deutlich gemacht, dass wir ab sofort zu einer besonderen Gruppe interessanter Menschen gehören. Wir haben relevante Ängste überwunden und erkannt, dass Fahren mit dem Ballon nicht als Fliegen bezeichnet werden kann. Uns wurden symbolisch eine Locke angesengt und mit Champagner abgelöscht. Wir mussten uns verpflichten, jedem anderen Ballonfahrer zu helfen, wenn dieser einmal in eine Notlage kommen sollte. Uns wurde ein Adelstitel verliehen, früher durften ja nur Adlige Ballon fahren.

meine Ballonfahrer Taufe

Mein Titel „Königlich bayrische Ballonnavigatorin, über den Fluren des Königswinkel“. Als Erinnerung erhielten wir eine Taufurkunde, die heute einen Ehrenplatz in meinem Büro hat.

Noch ein Hinweis:

– Herz-, Kreislauf-, Lungen- und Gelenkerkrankungen, frische Operationen sowie Schwangerschaften sollten vor der Fahrt vom Arzt als bedenkenlos bestätigt werden
– Kinder unter 12 Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen mitfahren. Kinder unter einer Körpergröße von 1,30 m können grundsätzlich nicht mitfahren.
– Im Korb und im Umkreis von 25m um Korb, Hänger und Hülle gilt absolutes Rauchverbot
– Als geeignete Kleidung wird wie auf einer Wanderung zur gleichen Jahreszeit empfohlen. Oberbekleidung aus Baumwolle hat sich bewährt.
– Besonders wichtig ist festes Schuhwerk, wie zum Beispiel Wanderschuhe, die den Knöchel schützen. Schuhe mit hohen Absätzen sind nicht erlaubt.
– Alkohol ist vor und während der Fahrt nicht gestattet.

Fazit: Meine Ballonfahrt ist zwar schon etwas länger her, aber die Erinnerung daran kann mit keiner nehmen. Es war einfach traumhaft schön und ich kann es nur jeden empfehlen.

An dieser Stelle möchten ich mich beim GEW, dem Ferienclub Maierhöfen und Bavaria Ballonfahrten für die Unterstützung bedanken.

Fotos: Gabriele Wilms und aus meinem privaten Archiv.

Über Gabriele Wilms 6 Artikel
Reisen und Fotografieren sind meine Leidenschaft. Seit 2007 bin ich als Reisejournalistin und Bloggerin weltweit unterwegs. In dem Reiseblog Emotion on Tour möchte ich meine schönsten Reiseerlebnisse mit euch teilen und damit Inspirationen für neue Reiseziele bei euch wecken,