Die Seychellen-Insel La Digue mit dem Fahrrad erkunden

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La Digue ist die drittgrößte Insel der inneren Seychellen, diese ist weitgehendst Autofrei, man erkundet sie am besten mit dem Fahrrad, was wir auch gemacht hatten.

Unser Segler, die Sea Star ankerte vor der Insel La Digue und das Dingi brachte uns an Land. Gleich neben dem Hafen nahmen wir unsere Fahrräder in Empfang. Für 10 Euro pro Tag, ja richtig gelesen man konnte in Euro bezahlen, mieteten wir ein Rad. Ganz wichtig ist es, an dem Fahrrad die Schaltung und die Bremsen zu überprüfen, denn man muss auf der Strecke einige heftige Steigungen überwinden, da sollten die Bremsen funktionieren. Im ersten Moment war ich über den Zustand der Räder etwas erschrocken, aber westlichen Standard muss man hier vergessen.

Auf ging es zur Erkundungstour. Es gibt keine Radwege, aber das macht nichts, denn es gibt kaum Autoverkehr, das Fahrrad ist das häufigste Fortbewegungsmittel. Die rund 10 km große Insel im Indischen Ozean kann man super mit dem Fahrrad erkunden und es gibt wirklich sehr viel zu sehen.

Es leben rund 2200 Einwohner auf La Digue, die Diguois genannt werden. Auf La Digue denkt man die Zeit sei stehen geblieben, Reisen auf altehrwürdige Traditionen mit Ochsenkarren und Fahrrädern sind hier immer noch die Nummer eins. Seinen Namen hat La Digue von einem der Schiffe der Flotte der Entdeckerin Marion Dufresne, die 1768 von den Franzosen zur Erkundung der Granitinseln der Seychellen geschickt wurde.

Wir radeln zum nächsten Laden, um uns Wasser zu kaufen, dafür ist es notwendig ein paar Seychellen Rubie zu tauschen, denn die kleinen Läden nehmen weder Dollar noch Euro. Wir kommen vorbei an einer schönen Kapelle. Nach kurzer Zeit, einer bereits schönen Strecke, erreichen wir den L’Union Estate Park.

L’Union Estate der Exotic & Natur Park of La Digue

L’Union Estate ist eine ehemalige Kokosnuss- und Vanilleplantage, hier erhält man einen Einblick in koloniale Geschichte La Digues. Am Eingang wird man aufgefordert die Räder anzustellen und das kleine Eintrittsgeld von 100 SCR oder etwa 10 € für ein Tagesticket zu bezahlen. Man erhält ein Band um den Arm und darf passieren, kann jederzeit den Park verlassen und auch wieder hinein, wenn man das später will.

Nach ein paar Metern erreichen wir den historischen Friedhof, auf dem die ersten aus Frankreich stammenden Siedler von La Digue beerdigt worden und in Frieden ruhen.

Weiter geht es durch eine tolle Palmenallee und wunderschöne Natur, überall sieht man Kokosnussalleen, die an die einstige Nutzung als Kokosnuss-Plantage erinnern. Auf dem Gelände befindet sich immer noch eine Vanilleplantage. Die Produkte dieser Plantage kann man als getrocknete Vanille oder Essenzen in dem Shop kaufen.

Nach kurzer Weiterfahrt auf den gut ausgeschilderten Wegen erreichen wir ein Gehege mit Kühen, die gerade gefüttert werden.

Granitfelsen Giant Union Rock

Das Gehege befindet sich gegenüber der Giant Union Rock, der mit etwa 40 Meter Höhe höchsten Erhebung des L’Union Estate. Er ist wohl der größte zusammenhängende Granitfelsen mit einer Grundfläche von 4.000 m² auf Erden.

Beeindruckend und majestätisch ragt der rund 700 Millionen Jahre alte Felsen in die Höhe und bringt mich zum Staunen. Der berühmte Granitfelsen von La Digue ist als Nationaldenkmal klassifiziert.

Ich versuche den Giganten auf meinen Bildern fest zu halten, was echt nicht einfach war, um wirklich seine Dimensionen darstellen zu können.

Wir radeln weiter und kommen an Tomatenplantagen vorbei, wo gerade geerntet wird.

Gehege der Riesenschildkröten

Hier auf dem Gelände des L’Union Estate befindet sich ein Gehege mit Riesenschildkröten, die etwa 30 bis 100 Jahre alt sind. Die Schildkröten wurden mit frischen Blättern gefüttert. Es waren die ersten Riesenschildkröten auf dieser Reise.

Ich war etwas traurig, dass ich nicht näher an die Tiere herankam. Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, dass ich auf der Insel Curieuse Island den Riesenschildkröten ganz nah kommen, sie mit Minibananen füttern und am Hals streicheln würde, was sie besonders lieben.

Gegenüber vom Schildkrötengehege konnte man ein historisches Siedlerhaus besichtigen. Das Plantation House gilt als eines der ältesten Häuser der Seychellen, das ursprünglich der wohlhabenden Familie Hossen gehörte, die im 19. Jahrhundert von Mauritius auf die Seychellen kam. Das Haus wurde vor einigen Jahren für die Dreharbeiten zum Film „Goodbye Emmanuelle“ genutzt und ist eines der geschätzten historischen Souvenirs des kreolischen Erbes der Seychellen.

Unsere Radtour geht weiter bis zum Ende des Weges, wir sind am Strand angekommen. Wir stellen unsere Fahrräder ab, anschließen braucht man die Räder nicht, man muss sich nur merken, wo man sie abgestellt hatte. Es geht weiter zu Fuß.

Anse Source d’Argent mit den Granitformationen

Wir gehen auf einen schmalen Weg mitten durch die Felsen und dann erreichen wir den ersten Strandabschnitt der Anse Source d’Argent mit den Granitformationen. Die von der Erosion wellenförmig geformten Felsen beeindrucken mich total. Ich bin begeistert, blaues Wasser, weißer Sand und immer wieder die gigantischen Felsen.

Man kann immer am Strand entlang wandern und es folgen viele weitere Buchten, wo man sich ein lauschiges Plätzchen zum Baden finden kann, es fällt echt schwer sich zu entscheiden. Ein Strandabschnitt ist schöner wie der Andere.

Schon die Wanderung an diesem Küstenabschnitt ist ein Erlebnis, immer wieder bleib stehen, um diese von der Natur in Szene gesetzten Steinen zu bestaunen und auf dem Foto festzuhalten, ein Traumstrand.

Zu guter Letzt findet man kleine Strandbars, wo man bei frischen kühlen Getränken sich abkühlen und genießen kann. Der nette Barmixer ließ mich frische Kokosnuss probieren.

La Digue ist für seinen Strand Anse Source d’Argent mit den Granitformationen an der Westküste bekannt. Er gilt als Traumstrand und ist ein beliebtes Fotomotiv, die schräge Palme darf natürlich nicht fehlen, das macht Urlaubsträume wahr. Ein Besuch dieser ist ein Highlight auf den Seychellen und ein besonderes Touristenziel. La Digue bietet 11 Strände, dabei ist der Strand Anse Source d’Argent der am meisten fotografierte Strand der Welt.

Auf Grund seiner unmittelbaren Lage am Äquator verfügt La Digue über ein weitgehend gleichbleibendes, tropisches Klima mit ganzjährig hoher Luftfeuchtigkeit und Durchschnittstemperaturen von 25 bis 30° C.

Essen im Restaurant Loutier Coco

Nun radeln wir weiter um uns zu stärken, wir hatten einen Tipp bekommen, dass es im Restaurant Loutier Coco echt gutes Essen angeboten wird.

Das am Strand von Grand Anse gelegene Restaurant wurde 2016 komplett renoviert, wobei aus einer Strandhütte ein Restaurant wurde. Das Restaurant ist berühmt für seine Mittagsbuffets mit gegrilltem Fisch, traditionellen kreolischen Currys und Salaten, Obst und Kaffee. Wir hatten frisch gepressten Säfte und leckere Tintenfischsalate, echt gut und zu empfehlen.

Ich danke Silhouette Cruises, Will Kommunikation, Tourism Department Seychelles sowie der gesamten Besatzung der Sea Star, besonders Kapitän Cederic, Faya, Shaun, Justin, Jean-Ynes, Sharon, Jewelle, Rexi und Koch Micki für die Unterstützung und die tollen Tage an Bord.

Mehr über meine Segelkreuzfahrt von Silhouette Cruises mit der Sea Star „SY Sea Star – mit weiß-blauen Segeln durchs Inselparadies Seychellen

Fotos Gabriele Wilms

Über Gabriele Wilms 11 Artikel
Reisen und Fotografieren sind meine Leidenschaft. Seit 2007 bin ich als Reisejournalistin und Bloggerin weltweit unterwegs. In dem Reiseblog Emotion on Tour möchte ich meine schönsten Reiseerlebnisse mit euch teilen und damit Inspirationen für neue Reiseziele bei euch wecken,